Amtliche Meldung

Start von neuem Biodiversitätsprojekt am Mechower See

Pilotprojekt zur Aufwertung von Straßennebenflächen gestartet

In Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt Schwerin, dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, dem vom WWF koordinierten Insektenschutzprojekt BROMMI und dem Lämmerhof Panten wurde am Donnerstag  Saatgut vom Klappertopf ausgebracht.

Erhofft wird sich eine Verminderung des Pflegebedarfs sowie eine größere Artenvielfalt durch die ökologische Aufwertung der Flächen.

Der Klappertopf ist eine heimische Pflanzenart, die als Halbschmarotzer, vor allem an Gräsern parasitiert. Mit Hilfe von speziellen „Saugwurzeln“ entzieht die Pflanze den umliegenden Gräsern Nährstoffe und Wasser, wodurch diese in ihrem Wachstum eingeschränkt werden. Dadurch ermöglicht der Klappertopf, dass sich andere konkurrenzschwache Arten in seiner Nähe entwickeln können.

„Da unsere Straßennebenflächen in einer zunehmend intensiv genutzten Landschaft ökologisch wertvolle Lebensräume für verschiedene Pflanzen- und Tierarten bieten können, unterstütze ich dieses Insektenschutzprojekt sehr gerne. Die Aussaat des Klappertopfes ist auch für uns Neuland und ich hoffe, dass wir hiermit einen kleinen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten können. Der blühende Klappertopf erfreut zukünftig hoffentlich nicht nur Bienen und Hummeln, sondern auch die Menschen, die den Radweg entlang der Landesstraße nutzen.“, berichtet Herr Stefan Anker, Leiter des Straßenbauamtes Schwerin.

In einem 2 m breiten Streifen Straßenbegleitgrüns entlang des Radweges an der L01 auf Höhe des Mechower Sees sowie auf einer angrenzenden Mähwiese wird das neue Aufwertungsverfahren getestet. Im Vergleich zu Maßnahmen wie Blühstreifen und abschnittsweiser Mahd ist die Aussaat des Klappertopfes eine bisher selten genutzte Methode, Grünflächen ökologisch aufzuwerten. Frau Dr. Josephine Kuczyk, die für den WWF-Deutschland das Insektenprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee koordiniert, freut sich, „dass das Straßenbauamt Schwerin und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe gemeinsam mit dem BROMMI Projekt neue Wege im Insektenschutz ausprobieren wollen. Sollte unser Versuch von Erfolg gekrönt sein, können wir durch die Zusammenarbeit mit diesen beiden Ämtern eine langfristige Umsetzung auf vielen Flächen im Biosphärenreservat Schaalsee garantieren.“

Frau Dr. Josephine Kuczyk beim Ausbringen der Klappertopf Samen

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Autor: Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe

Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe verwaltet das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V. Natur- und Artenschutz, nachhaltige Regionalentwicklung, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die allgemeine Verwaltung sind die Schwerpunkte der Arbeit. Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe: Wittenburger Chaussee 13 | 19246 Zarrentin am Schaalsee Telefon: 038851 3020 | E-Mail: poststelle@bra-schelb.mvnet.de